Kolpingsfamilie Geisenfeld e.V gegründet 1861
Kolpingsfamilie Geisenfeld e.Vgegründet 1861

Grußwort

Diakon Nikolaus Lackermair, Präses

Liebe Freunde der Kolpingsfamilie,

 

in einer öffentlichen Toilette las ich folgenden Spruch:
„ Jeder denkt an sich, nur ich denke an mich“.


Ist der Egoismus wirklich die prägende Lebenseinstellung in unserer Gesellschaft geworden?
Es scheint so zu sein. Und die Gefahr ist groß, sich resignierend nur noch eigenen Angelegenheiten zuzuwenden.
Wir als Kolping - Familie gehen einen anderen Weg. Natürlich, wir stellen uns dem Leben, wie es ist.
Resignation ist eine Gefahr, die auch unser Leben bedroht; eine Gefahr, der wir ständig ausgeliefert sind.
Vor mehr als 150 Jahren stellte sich Adolph Kolping der Resignation entgegen.
Er wollte und konnte sich nicht mit der scheinbar hoffnungslosen Situation der Gesellen und Arbeiter abfinden.
Seine Ideen und sein Handeln wurden zur Leuchtspur der Hoff­nung für die Menschen, die auf der Schattenseite des Lebens standen,
sich aber mit ihrer Lage nicht zufrieden gaben. In Adolph Kolping trafen sie eine Persönlichkeit, die Menschen- freundlichkeit
und Güte ausstrahlte und die sie deshalb verehrten. Kolping hat seinen Gesellen gegenüber immer betont, dass Resignation nie
zu den christlichen Tugenden gehören wird.
Er hat versucht, denjeni­gen, die bisher nur das negative Gesicht der Welt kennen gelernt hatten, ein Gesicht der Hoffnung zu zeigen.
Die Welt wurde durch Kolping heller, weil durch ihn die Men­schenfreundlichkeit Gottes in der Welt aufleuchten konnte,
für die Christus Zeugnis abgelegt hat. Adolph Kolpings Leben ist für uns als Kolpingschwestern und -brüder Programm.
Wir haben eine Berufung wie alle Christen. Wir sollen für andere Hoffnung aufleuchten lassen, weil wir nicht nur an uns selber denken,
sondern weil wir auf der Suche sind nach Auswegen aus der Resignation. Ich bin mir sicher, dass wir als Christen gegen alle Re­signation einen großen Schatz hüten, der uns in Gottes Wort und Sakrament gegeben ist: Menschlichkeit, Güte, Gerechtigkeit, Versöhnungsbereitschaft, Freundschaft und Liebe sind wertvolle Perlen unseres Schatzes. Freilich, sollen wir nicht nur den Schatz hüten, sondern in unserem Leben und für unsrer Gesellschaft daraus Kapital schlagen.
Hier bewährt sich konkret unser Christsein und zeigt sich, wie sehr wir Gott und den Menschen lieben
und aus welchem Geist heraus wir der Resignation widerstehen werden.
Insofern wir diese Schubkraft des Guten doch immer wieder sehen und zu spüren bekommen, dürfen wir die Hoffnung haben:
die Zukunft gehört nicht denen, die nur an sich selber denken, die Zukunft gehört den Glaubenden und Liebenden,
ja sie schaffen Zukunft wider alle Resignation.

 

Nikolaus Lackermair,
Diakon und Präses

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© Kolpingsfamilie Geisenfeld e.V.

Adolph Kolping

 

*  8. Dezember 1813
+ 4. Dezember 1865

 

Selig gesprochen

am 27. Oktober 1991

 

http://www.kolping.de/ueber-uns/adolph-kolping/